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Interview mit Annette Eickert

 Stell dich doch bitte kurz vor. Seit wann schreibst du? Wie bist du zum Schreiben gekommen? Woher nimmst du deine Inspiration? Welche Bücher hast du bereits veröffentlicht?

Wie ihr schon wisst, mein Name ist Annette Eickert, ich bin zurzeit 33 Jahre alt und schreibe seitdem ich in die Schule gekommen bin. Aber professionell erst seit 2005. Dass ich den Mut aufbrachte meine Texte überhaupt zu veröffentlichen, kam aber erst, nachdem bei mir die Diagnose Multiple Sklerose festgestellt wurde. Mein Arzt meinte, ich sollte versuchen mein Gehirn zu trainieren und das habe ich dann auch getan *lach*. Seitdem komme ich vom Schreiben auch nicht mehr los, es ist wie eine Sucht. Eine Idee jagt die andere und wenn der Tag 48 Stunden hätte, würde ich mich freuen.

Inspiriert haben mich die Bücher von R.A. Salvatore und Magret Weis und Tracy Hickman. Ich habe „Forgotten Realms“ und „Drachenlanze“ förmlich verschlungen, sodass meine eigene Phantasie auf Reisen gegangen ist. Heraus kam die Idee zu meiner Ynsanter-Saga. Meine Ideen haben aber immer einen anderen Ursprung. Einmal lese ich ein Buch und finde eine Szene besonders gut gelungen, woraus sich dann meine eigene Idee entwickelt. Oder ich sehe mir ein Film an und sage mir, aus dieser Situation könnte man doch etwas machen. Aber am liebsten sehe ich mir Dokumentation im Fernsehen an. Sie inspirieren mich sehr oft zu den verschiedenen Handlungssträngen, aber auch zu neuen Geschichten.

Bisher veröffentlichte Bücher sind:

Ynsanter – Seele des Feuers (Band 1)

Ynsanter – Seele des Feuers (Band 2)

Pech und Schwefel

Ynsanter – Pfade des Feuers (Band 1)

Ynsanter – Pfade des Feuers (Band 2)

(beide Bücher werden Anfang nächstes Jahr erscheinen)

Wie lange brauchst du üblicherweise, um ein Buch zu schreiben und zu überarbeiten?

Das ist von Buch zu Buch unterschiedlich. Schreiben tue ich ein Buch meistens innerhalb von 4 bis 5 Monaten, manchmal auch in einem halben Jahr. Aber ich bin erst mit mir zufrieden, wenn ich den letzten Satz geschrieben habe, was mich dann selbst motiviert. Das Überarbeiten kann mal länger oder kürzer dauern, je nachdem wie die Zeit es bei mir zulässt.

Hast du irgendwelche besonderen Schreibrituale?

Die habe ich tatsächlich, denn ich schreibe nicht mit der Tastatur meines Laptops, sondern mit der Hand. Also ganz klassisch. Ich nehme meinen Block, einen Kugelschreiber und schreibe. Ich zeige euch aber lieber nicht, wie mein Block aussieht, da wird immer wieder gestrichen, neu formuliert und dann doch wieder verworfen *lach*. Aber so kann ich am besten Schreiben. Nur meine Recherche mache ich am Computer und drucke mir die Notizen auch schon mal aus.

Ansonsten sitze ich beim Schreiben draußen auf dem Balkon und nicht nur im Sommer. Kälteresistenz angezogen ist das auch kein Problem für mich. Und ganz wichtig, ohne Musik kann ich nicht schreiben. Musik habe ich immer auf meinem MP3 Player mit dabei.

Wie lange hat es gedauert, bis du einen Verlag für deine Bücher gefunden hast? Hast du Tipps für Neueinsteiger?

Es hat ein gutes Jahr gedauert, bis ich den ersten Verlag gefunden hatte. Bei meinem dritten Buch ging es schon schneller, weil ich bereits Veröffentlichungen vorweisen konnte. Bei meinen Büchern, die Anfang nächstes Jahr erscheinen, hat es keine drei Monate gedauert. Aber das kann man pauschal nicht sagen. Einmal hat man wirklich Glück, ein anderes Mal dauert es länger. Wichtig ist nur, dass man zwischendrin nicht den Mut verliert, selbst wenn es Absagen sind, die auch noch meist sehr unpersönlich formuliert sind. Ich sage mir dann immer … „In Ordnung, sie wollten es, dann hat ein anderer Verlag die Chance es zu nehmen“ … denn manchmal kann die Suche sehr deprimierend sein.

Tipps für Neueinsteiger …

Es ist wichtig, dass ihr von eurer Geschichte ein Exposè schreibt (eine ungefähr eins- bis zweiseitige Zusammenfassung euerer Geschichte, die sehr sachlich gehalten werden sollte – also kein Romanstil). Dann noch ein kleinen Klappentext, der alles Wichtige zusammenfasst.

Vor einer Bewerbung ist es sehr wichtig, dass der Text einmal überarbeitet wurde und nicht vor Fehlern strotzt, denn das wirft ein schlechtes Licht auf euch. Fragt Leute, die ihr kennt, ob sie euch dabei helfen. Ein Tipp von mir … Duden-online … bietet ein Tool an, wo ihr Absatzweise eure Texte einfügen könnt und gleich die Fehler angezeigt bekommt (Grammatik und Kommafehler ganz besonders).

Dann solltet ihr vor eine Bewerbung auch nicht vergessen, euch im Vorfeld über den Verlag zu informieren (am besten übers Internet). Und immer auf die so genannten Druckkostenzuschussverlage achten. Damit meine ich nicht, dass alle schlecht sind, aber man kann ganz schön auf die Nase falle. Viele Verlage haben auf ihrer Homepage einen Link zur „Manuskripteinreichung“ und das ist auch ganz wichtig. Denn dort findet ihr nicht nur die Adresse, wo es hingeschickt werden soll, sondern, worauf ihr bei eurer Bewerbung auch noch achten müsst. Denn es ist üblich (aber wie gesagt, nicht bei jedem), dass der Text in Times New Romans Schriftgrad 12 geschrieben sein sollte. Dann meist 1 1/2 zeilig und es wird auch oft nicht der ganze Text verlangt. Es reichen meist die ersten zwei Kapitel. Manche Verlage möchten den Text in Blocksatz, andere wiederum nicht.

Ihr seht also, es ist von Verlag zu Verlag unterschiedlich.

Wie viel Mitbestimmungsrecht hast du bei den Titeln und Covern?

Bis jetzt hatte ich volles Mitbestimmungsrecht, sowie bei den Titeln, die alle von mir stammen, sowohl auch bei den Covern. Ich hatte Vorschläge gemacht und die Designer der Verlage haben daraus super Cover gebastelt. Ganz besonders stolz bin ich auf das Cover von dem Buch „Pech und Schwefel“. Denn die Designerin hat den Drachen auf dem Medaillon extra nur für das Cover gezeichnet und grafisch bearbeitet. Es passt wie die Faust aufs Auge.

Was können wir in Zukunft von dir erwarten? Welche weiteren Veröffentlichungen sind geplant?

Es sind gleich drei Veröffentlichungen geplant.

„Ynsanter – Pfade des Feuers“ (Band 1 und Band 2) ist meine Fortsetzung zu „Ynsanter – Seele des Feuers“ aber nicht nur das. Das gesamte Buch wurde von mir so überarbeitet, dass auch jeder Quereinsteiger es lesen kann und meine lieben „Lese-Helferlein“ haben es mir bestätigt. Es kann also von jedem gelesen werden. Ich habe auch ein Dramatis personae mit eingefügt, einen Glossar und eine Karte. Ynsanter ist eine All-Age-Fantasygeschichte und ihr könnt jetzt schon gespannt sein, was es mit dem Götterschwert Ynsanter wirklich auf sich hat.

Außer „Ynsanter – Pfade des Feuers“ erscheint auch noch mein erster Mysterythriller „Sträflingskarneval“, auf den ich ganz besonders stolz bin. Es war gar nicht so einfach den Thriller zu schreiben, denn in diesem Genre muss man ungeheuerlich aufpassen, dass man den Lesern nur Bröckchen hinwirft ohne etwas zu verraten und die Leser gleichzeitig auf die falsche Fährte führt. Aber ich glaube, es ist mir gelungen. Ich kann euch noch verraten, dass es sich um einen uralten druidischen Orden in Irland handelt, der sich im Laufe der Jahrhunderte an die Neuzeit anpassen musste. Aber seine verborgenen Geheimnisse sind immer noch da und warten darauf gelüftet zu werden. Ryan und seine Freunde stolpern völlig unerwartet in ein Netz aus Intrigen und lernen dabei sehr viel vom Leben.

Du leitest seit fast einem Jahr die Büchercommunity „Wir lesen“. Erzähl doch bitte ein wenig darüber. Wie kamst du auf die Idee? Was macht ihr?

Die Idee war am Anfang kaum ausgereift, hat sich aber rasant entwickelt. Anfangen hat es mit dem Blogumzug meines eigenen Blogs. Ein guter Freund hat ihn sich angeschaut und sagte plötzlich, lass uns doch unsere Meinungen zu den Büchern, die wir lesen, und Buchtipps einfach öffentlich machen und am nächsten Tag war „Wir Lesen“ geboren.

Am Anfang waren wir nur zu zweit, dann mal zu dritt, dann mal wieder zu zweit, bis ich mir sagte, so geht es nicht weiter. Ich startete einen Aufruf, dass wir neue Teammitglieder suchen und prompt waren wir neun super Leute. Seitdem ist auch unsere liebe Cat von Little Dhampir’s Leseecke dabei.

Die Büchercommunity ist gewachsen und auch bekannter geworden. Viele mögen unsere Rezensionen und dieses Jahr war „Wir Lesen“ auch zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse vertreten.

Außer Rezensionen stellen wir auch Bücher vor, veröffentlichen Autoreninterviews, haben ein eigenes Forum und sind bei Facebook und Twitter anzutreffen. Inzwischen lesen wir nicht nur Fantasy, sondern auch Thriller, Krimis und Historisches. Und ihr könnt euch alle darauf verlassen, dass wir unsere ehrliche Meinung wiedergeben.

Und ganz WICHTIG … auch noch nicht bekannte Autoren und ihre Bücher sind bei uns herzlich willkommen!

Was ist in Zukunft für „Wir lesen“ geplant?

Einiges. „Wir Lesen“ soll wachsen und auch bekannter werden.

Neu bei „Wir Lesen“ ist unsere Rubrik „Rezensionen im Überblick“ und vielleicht kann die Seite im kommenden Jahr auf ihren eigenen Server umziehen.

Möglicherweise kommen auch noch „Manga-Rezensionen“ dazu.

Vielleicht … aber auch nur vielleicht, habe ich vor im kommenden Jahr im Forum oder anderweitig einzuführen, dass dort Hobbyautoren ihre eigenen Geschichten veröffentlichen können.

Wie und wo siehst du dich denn in 10 Jahren?

Am liebsten ganz weit oben auf der Liste der berühmten Autoren *lach* … das ist ein Wunsch und ich hoffe, dass er sich irgendwann erfüllt. Ich arbeite fleißig daran und meine Leser können mir dabei helfen.

Ich würde mich aber schon riesig freuen, wenn ich meine Leser weiterhin mit meinen Geschichten begeistern kann, dass es ihnen gefällt und sie mir die Treue halten.

Möchtest du den Lesern von „Little Dhampir’s Leseecke“ noch irgendetwas mitteilen?

Zuerst möchte ich mich ganz herzlich bei Katja für das Interview und die tollen Fragen bedanken. Es hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht sie zu beantworten.

Dann möchte ich mich bei euch Lesern bedanken, die es bis hierher durchgehalten haben *lach* und ich hoffe, ich konnte euer Interesse an meinen Büchern wecken.

Vielleicht lesen wir uns bald!

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