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Interview mit Aisling Breith

In der heutigen Zeit ist es für viele Hobbyautoren nicht einfach, sich in der Verlagswelt einen Namen zu machen. Einige veröffentlichen ihre Geschichten nur auf Foren oder entsprechenden Plattformen und geben sich damit zufrieden. Andere wiederum versuchen ihr Bestes und arbeiten hart, um vielleicht doch irgendwann den heiß ersehnten Vertrag mit einem namenhaften Verlag in der Hand zu halten.
Auch dieses Ziel verfolgt die Autorin Aisling Breith, die ich euch heute näher bringen möchte.
Ich durfte ihr Manuskript zu ihrem Roman, der z.Z. unter dem Arbeitstitel „Touched“ noch überarbeitet wird, testlesen und habe ihn bereits hier rezensiert.

Stellst du dich bitte kurz vor? Wer bist du? Seit wann schreibst du?
Im Internet und als Schreiberling bin ich als Aisling unterwegs. Ansonsten heiße ich Astrid, bin 34 Jahre alt, habe zwei Kinder und seit Ende 2009 setze ich mich fast jeden Abend vor meinen Rechner und hämmere wie wild auf die Tastatur. Entweder um zu schreiben, mich in den sozialen Netzwerken zu tummeln oder an meinem Blog rumzubasteln.

Du schreibst unter dem Namen „Aisling Breith“ – wie ist dieser denn entstanden?
Aisling Breith ist mein Pseudonym und Netzpräsenz, wenn es ums Schreiben geht. Es ist durch einen Zufall entstanden.
Bei meinen unzähligen Streifzügen durch die Weiten des Web’s bin ich über einen irischen Namensgenerator gestoßen, der mir zu meinem realen Namen, Astrid, den Namen Aisling (sprich: Äschlin) ausspuckte. Er bedeutet Traum oder Vision. Das fand ich so schön, dass ich mich entschloss es zu meinem Pseudonym zu machen. Fehlte nur noch ein passender Nachname. Also surfte ich weiter. Fest stand, dass er mit einem ‚B‘ beginnen sollte, genau wie mein Mädchenname. Zufällig bedeutet Geburt auf irisch ‚breith‘. Ich fand das sehr passend, und schon war der Name geboren.

Dein erster Roman unter dem Arbeitstitel „Touched“ befindet sich momentan noch in der Überarbeitungsphase. Worum geht es denn?
Hier mal die Kurzfassung:
Chris ist siebzehn, hat paranormale Fähigkeiten und zieht mit ihren Brüdern nach Kalifornien. Hayden, einer der angesagtesten Jungs an der neuen Schule, erweckt in ihr ein unbehagliches Gefühl, sodass Chris versucht, ihm aus dem Weg zu gehen. Trotz allem muss sie sich nach einer Weile eingestehen, dass sie sich in ihn verliebt hat. Beim Homecomingball kommen sich die beiden Teenager näher und als Hayden Chris küsst, wird die Situation plötzlich kompliziert: Chris‘ besondere Talente werden ihr und Hayden zum Verhängnis. Zudem überschattet ein gemeinsames Schicksal die junge Liebe und stellt sie auf eine harte Probe. Denn Chris und Hayden ist es verboten, ein Paar zu sein.
Es gibt keine Vampire, Werwölfe, Gestaltwandler oder dergleichen. Aber zu viel will ich nicht verraten, wäre ja sonst langweilig.

Wie kamst du auf die Idee, „Touched“ zu schreiben? Wodurch hast du dich inspirieren lassen?
Puh, im Grunde sind die Charaktere schon ziemlich alt und ich habe sie über die Jahre immer wieder im Rahmen unterschiedlicher Szenarien ineinander verlieben lassen. Sie sind dadurch gereift, aber ich war nie zufrieden, mir hat immer das zündende Etwas gefehlt, um die Geschichte aufzuschreiben. Nachdem ich einen Roman zum ersten Mal in der Ich-Perspektive gelesen habe war mir plötzlich alles klar. Ich fing an, etwas zu tippen, ganz ohne Erwartung. Ich wollte einfach die Ich-Perspektive ausprobieren und plötzlich hatte ich 20 Seiten und jeden Tag wurde es mehr. Es entwickelte sich regelrecht zur Sucht und irgendwann hatte ich über 400 Seiten zusammen.
Chris sollte immer Fähigkeiten habe, etwas Besonderes. Ich mag Fantasy, Geschichten mit etwas Magischem. Paranormale Fähigkeiten fand ich schon immer ein spannendes Thema. Als Frau mag ich natürlich auch was fürs Herz. Liebesgeschichten sind so schön und es lässt sich dabei träumen. Geheimniskrämerei finde ich auch spannend. Was genau mich wirklich inspiriert hat, kann ich gar nicht so sagen. Aber diese Interessen haben mich die Geschichte wohl so formen lassen.

Wie lange hast du denn an der Rohfassung geschrieben?
Ehrlich gesagt: ein halbes Jahr. Ich dachte, das ist der größte Teil der Arbeit. Weit gefehlt. Mittlerweile denke ich, dass eine Rohfassung schnell geschrieben ist, aber da es mein Erstling ist, muss ich viel überarbeiten. Das ist wirklich Arbeit!

Wann und wo schreibst du denn am liebsten?
Abends(bzw. nachts), wenn die Familie im Bett ist. Dann mache ich es mir mit dem Laptop auf dem Sofa gemütlich, stöpsele mir Musik in die Ohren und tippe los. Könnte ich es mir aussuchen, würde ich mich gerne mal zwei Wochen auf eine Insel in eine einsame Hütte verschanzen. Natürlich mit Strom und Internetanschluss. 🙂

Du stehst noch ganz am Anfang und hast bisher noch keinen Verlag, der deine Arbeit publizieren wird. Trotzdem arbeitest du immer fleißig an der Verbesserung deines Manuskripts. Was motiviert dich denn, immer weiter zu machen?
Chris und Hayden motivieren mich. Meine Liebe zu den Charakteren und der Story. Ich schreibe für mich. Mein Ziel ist es, es mir irgendwann mal mit einer gedruckten Version(egal ob selbst gedruckt oder durch einen Verlag) auf dem Sofa gemütlich zu machen und es wie jedes andere Buch zu schmökern.

Wird „Touched“ ein einzelner Band oder wird es eine Serie werden?
Als ich bei 200 Seiten angelangt war, fiel mir auf, dass ich entweder einen 1000-Seiten Wälzer oder einen Zweiteiler schreiben muss, um die ganze Geschichte zu erzählen. Ich werde also einen zweiten Teil schreiben. Der Plot dafür steht schon. Ich hatte auch schon mal angefangen, aber ich möchte erst Teil eins vernünftig abschließen. Ich habe mal über eine Trilogie nachgedacht, aber dann müsste ich unnötig in die Länge ziehen. Es muss ja nicht immer ein Dreiteiler sein.

Was würdest du einem Schreibanfänger empfehlen? Aller Anfang ist bekanntlich schwer und es kostet reichlich Überwindung, seine Ideen aufs Blatt zu bekommen. Wie hast du das geschafft?
Einfach anfangen. Üben und nicht den Mut verlieren. Das Streichen nicht scheuen (manchmal macht es mir sogar Spaß, ganze Szenen zu streichen). Sich mit anderen Schreiberlingen austauschen, Probelesen lassen und selber von anderen was zur Probe lesen. Man wird blind für das Eigene Geschreibsel, bei anderen fallen einem dann die stilistischen Ungereimtheiten auf. Vor allem sollte man aus der richtigen Motivation schreiben. Wer glaubt, damit reich und berühmt zu werden, lässt es lieber. Das Schreiben sollte einem Spaß machen. Ich persönlich mache mir keine Notizen (was nicht immer ein Vorteil ist). Meine Geschichte entsteht im Kopf. Neue Ideen auch. In meinem Kopf lasse ich die Figuren leben und agieren und die Szenen entstehen. Immer wenn es meine Zeit erlaubt. Beim Duschen, beim Putzen, bei langweiligen Autofahrten, beim Spazierengehen. Überall. Abends schreibe ich dann.

Wo und wie siehst du dich denn in 10 Jahren?
Bei der Frage muss ich ein wenig schmunzeln, weil mir die vor zehn Jahren zuletzt gestellt wurde. Das einzige, was von meinen damaligen Vorstellungen wahr geworden ist: Ich habe Familie. Das Leben läuft oft nicht so, wie man es plant. In 10 Jahren. Da muss ich echt mal überlegen. Ich hoffe ich schreibe immer noch und muss mir noch keine Gedanken über graue Haare machen. 🙂 Vermutlich werde ich immer noch im Münsterland leben, obwohl ich vor 10 Jahren noch Auswanderpläne hatte.

Ich danke Aisling Breith ganz herzlich für das Interview.
Mehr Infos findet ihr auf ihrer Homepage.

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