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Interview mit Marc Rybicki

Bitte stellen Sie sich doch kurz vor. Wer sind Sie und was machen Sie so?
Mein Name ist Marc Rybicki, ich bin 36 Jahre alt und lebe in Frankfurt am Main. Wenn ich nicht gerade Bücher schreibe, arbeite ich als freier Journalist für den Kulturteil der Frankfurter Neuen Presse. Außerdem verfasse ich eine wöchentliche Kolumne auf der Internet-Plattform respectus.de. Und demnächst bin ich hoffentlich auch wieder jeden Donnerstagabend im Lokalsender Radio Fortuna zu hören, mit der Kinosendung „Filmpalast.“

Sie haben bereits zwei Bücher veröffentlicht – ein drittes ist bereits angekündigt. Diese könnten gar nicht unterschiedlicher sein. Könnten Sie bitte kurz schildern, worum es in den drei Büchern jeweils geht?
Mein Erstling kam im Sommer 2011 heraus und heißt „Mach mich ganz“. Das ist eine Sammlung von Fabeln und Gedichten über Glaube, Liebe und Hoffnung. Ein wenig Lebenshilfe in Reim- und Märchenform, könnte man sagen. Buch Nummer zwei kam im September letzten Jahres als „E-Book“ heraus. „Der Sex-Komplex – 69 Reime über das Eine“. Der Titel sagt schon alles :) Das war eine Spaß-Nummer, die ich innerhalb von 14 Tagen während meines Urlaubs auf Rügen geschrieben habe. Buch Nummer drei ist aktuell erschienen. „Wer hat den Wald gebaut?“ erzählt die Geschichte einer kleinen Amsel, die in die Welt hinauszieht, um den Walderschaffer zu finden. Auf ihrer Reise begegnet sie vielen Tieren und ebenso vielen Theorien über die Entstehung der Welt. Auch dieses Buch ist komplett gereimt und richtet sich an Kinder, aber auch erwachsene Lesende.
Darüber hinaus liegen einige fertige Manuskripte in der Schublade. Darunter die Gute-Nacht-Geschichten-Sammlung „Schlafe sonnig“, der Klosterkrimi „Hungrig nach Liebe“, die Serienkiller-Satire „Krank“ und der Episoden-Roman „(K)Eine Zeit zum Sterben“. Ob und in welcher Form diese Projekte veröffentlicht werden, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Momentan schreibe ich an einer Fortsetzung von „Wer hat den Wald gebaut?“.

“Wer hat den Wald gebaut” ist Ihre neueste Veröffentlichung – wann genau wird dieses Buch erscheinen?
Das Buch ist gerade frisch erschienen und bestellbar auf meiner Webseite sonnige-sendung.de

“Wer hat den Wald gebaut” beinhaltet zusätzlich eine Hörspielfassung. Haben Sie diese selber gesprochen? Da Sie ja unter anderem eine Ausbildung zum Hörbuchsprecher gemacht haben, wäre das ja durchaus denkbar…
Ja, ich habe sie selbst gesprochen und es war ein großer Spaß, in die verschiedenen Tier-Charaktere zu schlüpfen.

Wie kamen Sie denn auf diese ungewöhnliche Idee, dem Buch ein Hörspiel hinzuzufügen?
Die Idee entstand im Oktober 2011, als ich den Schülerinnen und Schülern, die das Buch illustriert haben, Auszüge aus dem Manuskript vorlas. Wir hatten dabei jede Menge Spaß und die Lehrer baten mich daraufhin, das komplette Buch als CD aufzunehmen, damit die Klasse zeichnen und währenddessen die Geschichte weiter hören konnte. Da dachte ich mir: wenn ich sowieso schon eine Hörbuchfassung aufnehme, dann kann ich sie auch gleich als Bonus in das Buch dazulegen.

Der Video-Trailer zeigt bereits, dass dieses Buch mit sehr niedlichen Illustrationen versehen ist. Wie kam es denn zu der Zusammenarbeit mit der Geschwister-Scholl-Realschule aus Bad Urach?
Ich wollte, dass ein Kinderbuch auch von Kindern (bzw. Jugendlichen) illustriert wird. Glücklicherweise ist der Vater einer guten Freundin von mir der Klassenlehrer der 5b aus Bad Urach. Ich habe ihm das Manuskript geschickt, die Geschichte gefiel ihm – und dann ging`s auch schon los. Für die tolle Unterstützung bin ich ihm und seiner Tochter sehr dankbar.

Sie sind unter anderem auch als Journalist bekannt. Wurde Ihnen der Sinn fürs Schreiben bereits in die Wiege gelegt? Wann hat sich denn gezeigt, dass Sie Ihr Leben dem Verfassen von Texten widmen möchten?
Das hat sich relativ früh entwickelt. Als Zehnjähriger habe ich meine ersten Geschichten geschrieben. Was ich damals mit Füller in ein DIN A-5 Heft kritzelte, würde man heute „Fan Fiction“ nennen. Es waren „James Bond“ Episoden. Ich war ein großer Fan der Bond-Filme, aber die Romane von Ian Fleming langweilten mich. Da gab es für meinen damaligen Geschmack zu viele Landschaftsbeschreibungen, zu wenig Action. In meinen eigenen Stories knallte es dagegen andauernd :)
Zum professionellen, journalistischen Schreiben kam ich während meiner Abi-Zeit, als mich mein Schulkumpel Christian Alvart, der heute als Regisseur seine Brötchen verdient, zum Filmmagazin „X-Tro“ holte. Von dort aus ging es weiter zur BILD-Zeitung, zur CINEMA, zur Neuen Presse und eine Zeitlang war ich auch Pressesprecher des Frankfurter Basketballteams „Skyliners“. Seitdem ich diesen Job nicht mehr mache, habe ich wieder Muße für das Verfassen fiktiver Erzählungen.

Woher nehmen Sie Ihre Ideen und die Inspiration für Ihre Bücher?
Aus dem täglichen Leben und Gesprächen mit meiner Familie und guten Freunden. Daraus ergeben sich Themen, die ich versuche, in Form fiktionaler Texte zu verarbeiten. Beim Schreiben habe ich immer konkrete Menschen vor Augen, für die ich schreibe. Natürlich habe ich auch literarische Vorbilder, deren Stil ich bewundere, aber nicht nachahmen möchte. Dazu zähle ich Felix Salten und Wilhelm Busch, aus dem Bereich des Kinder/Jugendbuchs, sowie Bret Easton Ellis auf dem erwachsenen Sektor.

Wie lange schreiben Sie ungefähr an einem Buch? Haben Sie irgendwelche Schreibrituale?
An einem „normalen“ Prosa-Roman mit etwa dreihundert Seiten schreibe ich zirka acht Wochen. „Wer hat den Wald gebaut?“ hat etwas länger gedauert aufgrund des Reim-Schemas. Reimen ist wie ein Puzzle-Spiel. Manchmal fügen sich die Teile rasch zusammen, manchmal klemmt es hier und da. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich kein Perfektionist bin. Ich schreibe pro Tag etwa zwei bis drei Stunden und verfahre dabei nach dem Motto: Hauptsache, es steht was auf dem Papier. :)
Ich brüte nicht stundenlang über einem Satz. Verfeinern kann man das Ganze hinterher immer noch. Ein ganz wichtiges Utensil sei noch erwähnt, das ich fast immer beim Schreiben benutze: meine Pfeife. Wenn ich dichte, raucht meist nicht nur mein Kopf :)

Kommen wir zur letzten Frage, die mich schon den ganzen Abend beschäftigt 😉
Als ich mich auf dieses Interview vorbereitet habe, ist mir besonders das Cover von “Der Sex Komplex – 69 Reime über das Eine” aufgefallen. Warum gerade so ein niedliches Häschen??

LOL – tja, dann ist Ihnen auch sicher aufgefallen, wie das Häschen seine Karotte hält und welch glücklichen Gesichtsausdruck es dabei hat. Der Hase ist ja ein Symbol der Fruchtbarkeit und man sagt ihm eine gewisse Rammel-Leidenschaft nach. Das passt zum Thema. Außerdem ist es ein lustiges Bild. Und Sex soll doch in erster Linie Spaß machen. Wir gehen leider oftmals viel zu krampfig mit diesem Thema um und konzentrieren uns zu sehr auf den Akt. Dabei ist Sexualität viel mehr und viel größer. Es ist Energie und Lebenslust, Kreativität und Freude, die uns erfüllt und die wir jeden Tag spüren können, wenn wir bewusst die Dinge um uns herum genießen. Zum Beispiel steckt sehr viel Sinnlichkeit im Schreiben eines Buches – und natürlich auch im Lesen 😉

Vielen herzlichen Dank für das schöne Interview!
Mit einem Klick auf die Bilder kommt ihr zu den Shops, in denen ihr die Bücher erwerben könnt.

Hier gibt es außerdem einen kleinen Buchtrailer:

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