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„Von den Elben“ von Faun

Künstler: Faun
Albumtitel: Von den Elben
Erscheinungsdatum: 25.01.2013
Label: We Love Music (Universal)
ASIN: B00AJF80CG

Rezension:
Da ist es nun – mein erstes Faun-Album. Schon vorab erhielt es unglaublich viele negative Stimmen bei Facebook, was die Band selbst sehr traurig gestimmt hat. Faun ist natürlich keinem in der Mittelalter-Szene ein Fremdwort, doch bis zum Kauf eines Albums habe ich es noch nie geschafft, da oftmals nicht mehr als ein Lied auszuhalten war, ohne dass sich ein fast krankhaftes Gähn-Syndrom zeigte. „Von den Elben“ ist das achte Album der Pagan-Folk-Truppe.
Doch schauen bzw. hören wir uns das Album doch mal ein wenig genauer an.
Mit „Mit dem Wind“ beginnt das Album und es ist ein recht netter Song, der wohl zu den besseren gehört, die sich auf „Von den Elben“ befinden. Allerdings fällt bei diesem Lied auf, wie Glatt es ist. Der Dudelsack ist ein wenig leise und geht im technischen Gedöns ziemlich unter. Schade eigentlich – war dieser nicht eines der Instrumente, die Faun immer ausgemacht haben?
Weiter geht’s direkt mit der ersten Single-Auskopplung und für mich persönlich eine der größten Katastrophen dieses Albums.
„Diese Nacht ist so kalt“ – stimmt, deswegen ziehe ich mir auch gerade dieses Album rein, um mein Herz zu wärmen. Leider friert dieses gerade gänzlich ein, denn bei dem Gejaule kann keinem wirklich warm werden… Vielleicht ein paar Worte zum Inhalt dieses hoch dramatischen Liedes:
Es ist sehr kalt draußen, der Wind bläst ganz schön dolle. Ein Kerl rennt zu seiner Liebsten und will reingelassen werden. Diese hat jedoch einen überfürsorglichen Vater, der die Tür zugeschlossen hat (Ohwe! Was passiert bloß, wenn‘s mal brennt?!) Aber der Liebste erfriert doch draußen, wenn er nicht hineingelassen wird! Dann jault Faun-Sänger Oli plötzlich los. Huch?! Und plötzlich öffnet sie ihm die Tür! Wo hat sie denn plötzlich den Schlüssel her, wo sie doch gerade noch darauf geschworen hat, keinen zu haben? Am nächsten Morgen liegt sie in seinen Armen – ganz bestimmt mit einem sehr erwärmten Herzen. Ja ne, is klar!
Mal vom völlig sinnbefreiten Text abgesehen ist dieses Lied eines der nervigsten, welches ich je gehört habe…
„Von den Elben“ ist ganz okay. Mehr kann man dazu nicht sagen.
„Tanz mit mir“ ist ein Duett mit Santiano. Anfangs klingt dies wahrlich nach einer Mischung aus Subway to Sally und Schandmaul (mal davon abgesehen, dass der Anfang genau der gleiche wie bei „Minne“ von Subway to Sally ist! Hat da jemand den falschen Song angespielt?!), dann brummt ein komischer Kerl los, für den sich die Faun-Sängerin laut ihrem netten Text später prostituiert. Oh bitte, liebe Faun-Crew! Versucht nie wieder, einen Partysong zu singen! Lasst die Sauflieder lieber Schandmaul singen, da zieht das wenigstens. Und warum zur Hölle sollte ein Kneipengast der Bedienung treu bleiben, nur weil er Wein haben will? Grausig…
„Schrei es in die Winde“ könnte ja ganz nett sein, aber… fallen Faun keine eigenen Lieder mehr ein?
Der Song beginnt, eine zarte Stimme ertönt. „Schreeeeeiiiiii es iiiin diiiiiiie Wiiiiiiiindeeeee…“, ja schön. Tüdeldüühüüüüü… mooooooment! Warum ist das die Melodie von Eluveities „Omnos“?! Und was ist das für ein merkwürdiger Text?
„Keiner wollte deine Tat verstehen, deine Worte niemand hören“ – reimt sich großartig und klingt toll! Und schön, dass Faun selbst merken, dass sie keiner mehr hören will.
„Wilde Rose“ – ein sehr tragischer Text, doch irgendwie klingt mir das noch zu optimistisch… Ein wenig mehr Traurigkeit hätte dem Lied ganz bestimmt nicht geschadet.
„Wenn wir uns wieder sehen“ – oh glaubt mir, nach dem letzten Konzert, was ich von Faun gesehen habe, wird das allzu bald nicht der Fall sein. Kein besonderer Song und somit nicht weiter erwähnenswert.
„Bring mich nach Hause“ zeigt anfangs genau das gleiche Phänomen, welches ich bereits bei „Mit dem Wind“ erwähnt habe. Es könnte ein netter Song sein, wenn er nicht so verdammt künstlich klingen würde!
„Welche Sprache spricht dein Herz“ – offensichtlich eine andere, als es Faun tun. Dieses Lied berührt leider kein bisschen, obwohl es wohl so gedacht war. Schade.
„Andro II“ ist eine Katastrophe. Nur die instrumentalen Parts zwischendurch machen halbwegs Spaß – trotz ihrer Künstlichkeit. Meine Güte, belasst es doch bei den natürlichen Klängen der Instrumente! Oder wurden dafür schon gar keine Instrumente mehr im Studio eingespielt, da alles am Computer entstanden ist?!
„Minne“ – maaaan, geht das laut los! Oh, Eric Fish! Schööön! Ich liebe Subway to Sally! Aaaber… was haben wir Faun bloß angetan, dass dieses wunderschöne Lied durch diese merkwürdigenden Sätze verschandelt werden muss?! Nachdem die Fans von Subway to Sally damals beim Release von „Kreuzfeuer“ schon im 8-Eck gehopst sind, weil darauf ein Duett mit Eisblümchen Ria zu hören war („Komm in meinen Schlaf“), werden sie jetzt wohl vollends durchdrehen… Ein „Minne“-Remake von Faun ist eine der größten Naturkatastrophen, der die Menschheit je ausgesetzt war.
„Thymian und Rosmarin“ empfinde ich unglaublich schlimm. Sehr unmelodisch und stimmlich gesehen sehr schwach.
Und – oh Gott sei Dank! – haben wir endlich das letzte Lied des Albums erreicht. „Warte auf mich“ ist nicht gerade der passendste Titel für solch ein unglaublich schlechtes Album. Einen besonders prickelnden Abschluss liefert es übrigens auch nicht.
Was soll ich noch sagen? Ich habe Faun ab und an gerne gehört – doch dieses Album stellt alles je da gewesene weit in seinen Schatten. Noch nie in meinem Leben habe ich eine solch schlechte CD besessen. Ein vollkommener Fehlkauf. Sehr schade!

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