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Das 9. literarische Fantasy-Festival

Fantasy2013_Plakat1Am 30.08.2013 fand in Ginsheim-Gustavsburg das 9. Literarische Fantasy-Festival statt. Organisiert wird dieses vom Bücher-Medien-Magazin HITS für KIDS in Kooperation mit der Buchhandlung in der Villa Herrmann (Ginsheim-Gustavsburg), dem Bücherhaus Jansen (Rüsselsheim), und dem Kulturbüro der Stadt Ginsheim-Gustavsburg. Wie uns dieses Event in den letzten Jahren immer wieder entgehen konnte, ist mir ein Rätsel, aber ich bin sehr froh, es diesmal entdeckt zu haben. Ausschlaggebend für unseren Besuch war die Werbung des Egmont Lyx-Verlages, da Wolfgang Hohlbein den 15. Band der Chronik der Unsterblichen – „Nekropole“ – auf diesem Festival vorstellen sollte. Der relativ niedrige Eintrittspreis von 12,50€ im Vorverkauf war auch vollkommen gerechtfertigt. So machten wir uns am frühen Abend auf dem Weg nach Ginsheim-Gustavsburg, welches nur eine halbe Stunde mit dem Auto von Frankfurt entfernt liegt. Nach einer Stau-reichen Fahrt kamen wir schließlich später als geplant, aber zum Glück noch rechtzeitig, dort an. Einen kleinen verwirrten Fußmarsch später erreichten wir auch die Villa Hermann mit ihrem wunderschönen, riesigen Garten, der bereits gut gefüllt war. Überall waren Stühle aufgestellt, Leute hatten ihre Campingstühle oder auch Decken und sogar Schlafsäcke mitgebracht, um es sich darauf bzw. darin gemütlich zu machen. Allein optisch machte dies schon viel her und man hatte von jedem Platz im Garten trotzdem noch eine gute Sicht auf die kleine Bühne. Nach einem schnellen, spontanen Überfall bei Penny machten auch wir es uns auf den bereit gestellten Stühlen gemütlich und schon begann das Programm. Die Veranstaltung war übrigens ausverkauft.

Der erste Block der Veranstaltung bestand aus Kinder- und Jugendbüchern. Der zweite Block umfasste die Jugendbücher, die getrost auch von Erwachsenen gelesen werden können (was natürlich auch beim ersten Block nicht auszuschließen ist) und der dritte Block richtete sich mehr an die Erwachsenen.

19:05 Uhr: Franziska Gehm liest aus „Die Vampirschwestern – Ein Date mit Bissverständnis“
Vielen von euch mag Franziska Gehm mit ihren Vampirschwestern Silvania und Daka ein Begriff sein, zumal dies erst in diesem Jahr verfilmt wurde. Gelesen wurde aus dem 10. Band der Reihe, in dem es darum geht, dass Krypton Krax, die Lieblingsband der Vampirschwestern und ihrer besten Freundin Helene ein Konzert in Bindburg gibt und diese es besuchen dürfen. Helene trifft dabei endlich auf ihren großen Schwarm, den Sänger Murdo. Doch das Konzert gerät ein wenig außer Kontrolle.
Franziska Gehm hat ihren Figuren durch ihre recht nette Art zu Lesen jede Menge Leben eingehaucht und für so manchen Lacher gesorgt.

19:25 Uhr:  Jens Schumacher liest aus „Asmoduin – Nervensäge aus der Hölle“
Nachdem ich Jens Schumacher in diesem Jahr auf der Leipziger Buchmesse kennenlernen durfte,jens schumacher-signiert waren wir sehr gespannt auf seine Lesung, da uns bisher außer „Frozen“ kein Buch von ihm bekannt war. In „Asmoduin – Nervensäge aus der Hölle“ geht es um den übergewichtigen Außenseiter und Mathegenie Robert Bob Zarkov, der sich völlig unbefangen eine Dämonenmaske gekauft hat, die so seine Geheimnisse birgt. So konnte er doch nicht ahnen, dass sich darin Asmoduin, der jugendliche Urenkel des amtierenden Fürstkanzlers der Hölle versteckt hielt und nur darauf wartete, gegen seine Langeweile ankämpfen zu können. Jens Schumachers phänomenale Art zu Lesen machte diese Lesung zu einem puren Vergnügen und brachte jeden zum Lachen. Die Geschichte rund um „Bob“ und Asmoduin ist auf jeden Fall einen weiteren Blick wert.

19:55 Uhr: Nina Blazon liest aus „Die verbotene Pforte“
Ich muss zugeben, ich bin kein großer Fan der Bücher von Nina Blazon. Ich habe mir letztes Jahr „Faunblut“ als Hörbuch angehört und war alles andere als begeistert. Aus diesem Grund haben wir diese Lesung sausen lassen und haben stattdessen die Buchhandlung in der Villa Herrmann erkundet. Für jeden Autor/jede Autorin, der/die an diesem Abend lesen würde, gab es einen eigenen Tisch, wo etliche Werke zum Verkauf bereit standen. Da ich mal wieder in geheimer Mission unterwegs war, freute es mich natürlich umso mehr, dass es „Himmelsfern“ von Jennifer Benkau an diesem Band bereits vorab zu kaufen gab, obwohl das Buch erst am 16.09. erscheinen wird. Da ich dieses Buch für eine liebe Freundin mitbringen sollte, kaufte ich es direkt. Natürlich nicht, ohne dass meine geliebte EC-Karte mal wieder rumsponn, aber die freundliche Mitarbeiterin der Buchhandlung wusste gut damit umzugehen und letztendlich konnte ich es doch noch bezahlen. Insgesamt muss man wirklich betonen, dass das Personal allesamt unheimlich freundlich und vor allem sympathisch war. Deswegen kam ich auch nicht drum herum, die Buchhandlung mit der Bestellung einer signierten Ausgabe von Wolfang Hohlbeins „Nekropole“ zu unterstützen, welches im Oktober erscheinen wird.

20:20 Uhr: Franziska Gehm liest aus „Die Vampirschwestern – 2. Teil: Ein Date mit Bissverständnis“
Nachdem Franziska Gehm uns nach ihrer ersten Lesung mit einem kleinen, fiesen Cliffhanger zurück gelassen hatte, setzte sie nun direkt an dieser Stelle ihre Lesung fort. Direkt im Anschluss folgte eine kurze Pause, in der wir uns in einem gesonderten Raum im ersten Stock der Villa Herrmann Autogramme von den Autoren, die bereits gelesen hatten, holen konnten. Meine Begleitung stürzte begeistert zu Franziska Gehm, während ich die bis zu diesem Moment noch nicht erkannte Jennifer Benkau ansprach, während sich neben ihr die Massen um Nina Blazon versammelten. Sie war unheimlich lieb und signierte mir meine Ausgabe von „Dark Canopy“ und „Himmelsfern“ für meine Freundin. Danach ging es noch für eine kleine Autogrammkarte zu Jens Schumacher.

20:55 Uhr: Jens Schumacher liest aus „Frozen – Tod im Eis“
In Jens Schumachers Mystery-Thriller geht es um Henry, der sich auf der Suche nach seinem Vater befindet, der während einer Forschungsexpedition in der Antarktis spurlos verschwunden ist. Ich muss zugeben, dass uns der Prolog, den Jens Schumacher vorgelesen hat, nicht unbedingt gefesselt hat. Das Interesse verschwand bei uns relativ schnell und meine Frage, ob das Buch vielleicht etwas für mich wäre, beantwortete sich relativ schnell von selbst. Allerdings muss ich erneut erwähnen, dass Jens Schumacher richtig gut lesen kann.

21:15 Uhr: Nina Blazon liest aus einer eigens für das Festival geschriebenen Schauergeschichte
Wie bereits erwähnt hält sich unsere Begeisterung für Nina Blazons Werke in Grenzen. Trotzdem lauschten wir ihrer nicht wirklich gruseligen Schauergeschichte, die wohl auch nur wir zu hören bekommen sollten. Meine Begleitung sagte dazu nur: „Vielleicht hätte sie diese Geschichte lieber in ihrer Schublade lassen sollen“, denn nachdem Nina Blazon geendet hatte, sahen wir uns nur ein wenig verwirrt an. Irgendwie hatte keiner von uns dreien das Ende der Geschichte verstanden.


benkau-autogramm 21:40 Uhr: Jennifer Benkau liest aus „Himmelsfern“
Neben Wolfgang Hohlbein war die Lesung von Jennifer Benkau für mich eines der Highlights des Abends. Ich muss zugeben, dass ich Dark Canopy nach 100 Seiten erstmal abgebrochen habe, da ich mit der Protagonistin nicht warm geworden bin. Allerdings habe ich mir „Dark Destiny“ relativ spontan in Leipzig auf der Buchmesse gekauft, da sie dort gerade signiert hat. „Himmelsfern“ ist ihr neuester Streich und von der Bloggerwelt wurde dieses Buch schon sehnlichst erwartet. Darin geht es um Noa, die sich in einen Jungen verliebt. Doch die Umstände sind kompliziert und unheimlich schmerzhaft. Ihnen bleiben nur noch zwei Wochen Zeit, ehe er der Menschheit wohl möglich für immer den Rücken zuwenden wird.
Jennifer Benkaus Lesung hat mir unheimlich gut gefallen und ich hätte ihr noch stundenlang zuhören können. Die Auswahl der zu lesenden Szenen war unheimlich gut und fesselnd und ihre Art zu Lesen machte sie nur noch sympathischer.

22:15 Uhr: Rainer Strecker liest aus „Skullduggery Pleasant 7 – Duell der Dimensionen“ von Derek Landy
Dies war bereits die zweite Lesung von Rainer Strecker, die ich miterleben durfte. Erstmals habe ich ihn zusammen mit Cornelia Funke in der Alten Oper in Frankfurt aus „Reckless – Steinernes Fleisch“ lesen hören. Er liest unheimlich gut und ist nicht ohne Grund Hörbuchsprecher. Allerdings konnte ich mit dem, was er las, nicht allzu viel anfangen. Von „Skullduggery Pleasant“ habe ich natürlich schon viel gehört, schließlich springen einem die doch recht aufwendig und vor allem auffälligen Cover in nahezu jeder Buchhandlung bereits aus 10 Metern Entfernung ins Auge. Gelesen wurde aus dem am 09.Oktober erscheinenden 7. Band der Reihe – „Duell der Dimensionen“, in dem menschliche Wesen plötzlich magische Fähigkeiten haben. So hält sich Jerry zum Beispiel für einen Schmetterling, was Walküre natürlich für vollkommenen Blödsinn hält, bis dieser plötzlich abhebt und tatsächlich durch die Gegend fliegt. Rainer Strecker hat eine recht fesselnde Art, Literatur vorzutragen. Auch wenn einen die Texte an sich gar nicht großartig interessieren schafft er es trotzdem, dass man wie gebannt an seinen Lippen hängt und doch zuhören muss. Mein Fall war dieses Buch allerdings nicht – meinem Krümelmonster gefiel es allerdings umso mehr.

hohlbein-liest22:55 Uhr Wolfgang Hohlbein liest aus  „Die Chronik der Unsterblichen Band 15 – Nekropole“
Darauf habe ich insgeheim den ganzen Abend gewartet. Wolfgang Hohlbein hat seinen neuen Band aus der „Chronik der Unsterblichen“ vorgestellt. Die ersten drei Bände habe ich vor Jahren gelesen, Band 1-12 stehen bereits im Regal und warten darauf, verschlungen zu werden. Spätestens seit ich die dazugehörige Rockoper „Blutnacht“ gesehen habe, bin ich ein kleiner Andrej Delany-Groupie. Da Hohlbein allerdings aus Band 15 vorgelesen hat und scheinbar nicht viele Leute diese Reihe verfolgen, waren die Zusammenhänge ein wenig unklar. So ging die Lesung bei mir zum einen Ohr rein und beim anderen wieder heraus, obwohl ich gebannt an seinen Lippen gehangen habe. Um uns herum sah man auch immer mehr Köpfe nach unten sinken. Ops!

23:25 Uhr: Rainer Strecker liest aus „Skullduggery Pleasant 7 – Duell der Dimensionen“ von Derek Landy
Direkt im Anschluss an die „Nekropole“-Lesung von Wolfgang Hohlbein stürzten meine Begleitung und ich erneut in die Villa Herrmann, um ein Autogramm von ihm zu ergattern. So verpassten wir auch den Beginn der zweiten Lesung von Rainer Strecker. Bisher habe ich Wolfgang Hohlbein immer nur auf Großveranstaltungen getroffen und war jedes Mal ein wenig enttäuscht, dahohlbein-signiertss er sich nie die Zeit genommen hat, mal aufzuschauen und nach dem Namen zu fragen. Diesmal habe ich ihn allerdings zum ersten Mal relativ entspannt erlebt, was vielleicht auch daran lag, dass nicht hunderte von Menschen vor ihm standen und jeweils 10 Bücher signiert haben wollten. Meine Auswahl, welches Buch von ihm ich denn dieses Mal zum Signieren mitnehmen sollte, fiel mir diesmal äußerst schwer. Da meine Ausgaben der „Chronik der Unsterblichen“ zum Großteil gebraucht gekauft wurden, fielen diese schon Mal raus. Band 11 „Glut und Asche“ war somit meine erste Wahl. Allerdings musste ich mit Entsetzen feststellen, dass dieser schon signiert war. Band 12 „Der schwarze Tod“ habe ich als Mängelexemplar in Taschenbuchform erstanden und irgendwie ist es mir immer sehr unangenehm, einem Autor ein Buch von sich mit Mängelexemplarstempel vor die Nase zu legen. „Der Machdi“ und „Pestmond“ fehlen mir noch in der Sammlung, „Blutnacht“ ist ebenfalls bereits signiert. Also entschied ich mich für „Drachenfeuer“, da ich dieses Buch sehr gerne gemocht habe und ich eine relativ schöne Ausgabe davon besitze. Außerdem durfte auch mein Phantast-Sonderheft nicht fehlen, in dem sich zwei Rezensionen und ein Interview von mir befinden. In Leipzig habe ich irgendwie versäumt, dieses signieren zu lassen.
Im Anschluss ging es nochmal zur Lesung von Rainer Strecker und diese hat mir auch vom Inhalt her besser gefallen, als die erste. Sie war recht lustig und wir hatten einiges zu Lachen.

00:00 Uhr Wolfgang Hohlbein liest aus  „Die Chronik der Unsterblichen Band 15 – Nekropole“hohlbein-autogramm
Der zweite Teil der „Nekropole“-Lesung begann. Ja, es war spät und nach 5 Stunden Lesungen ist man vollkommen am Ende (wir komischerweise nicht). Aber es war dann doch ein wenig arg unhöflich, dass tatsächlich etwa 3/4 der Leue gegangen sind, während Wolfgang Hohlbein gelesen hat. Der Rest verabschiedete sich erneut ins Land der Träume und es schien, als seien Krümelmonster und ich mit ein paar wenigen anderen die Einzigen gewesen, die noch immer Wolfgang Hohlbein lauschten. Auch meine Begleitung hing bereits übelst in den Seilen und konnte ihre Müdigkeit nicht mehr verleugnen. Ein Glück, dass sie nicht geschnarcht hat. Mit dieser Lesung endete der Abend, den wir sehr genossen haben. Ich hatte es mir anstrengender vorgestellt, doch die Lesungen waren sehr abwechslungsreich und auch thematisch sehr gut gewählt.
In den Umbaupausen (das Buch wurde bei jeder Lesung ausgetauscht) spielte Dieter Arnold an den Drums, was sich teilweise anhörte, als würde jemand ein paar Dosen umwerfen. Aber gut, das muss ja nicht jedem gefallen.
Die Atmosphäre war sehr angenehm, das Publikum sehr ruhig und aufmerksam und die gesamte Durchführung der Veranstaltung äußerst professionell und freundlich. Wir können nicht klagen und freuen uns schon sehr auf das nächste Jahr, denn wir werden wiederkommen! Und das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen 😉

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2 Kommentare

  1. CasusAngelus

    Mal wieder ein interessanter Bericht von dir, bei dem man sich nicht von der Länge abschrecken lassen sollte 😀
    Ich wäre ja echt gern bei Jennifer Benkaus Lesung dabei gewesen, in Leipzig hatte sie ja schon so toll gelesen 🙂 Sie liest zwar auch auf der FBM (muss ich unbedingt hin), aber das wird garantiert wieder viel zu laut, so dass man kaum was mit bekommt. Auf jedenfall gaaaanz ganz lieben Dank, dass du mir das Buch signieren lassen hast 🙂
    Ich find deine Hohlbein-Wandlung ja irgendwie lustig 😀 Wenn ich mich da so an uns beide während seinem Auftritt in Leipzig erinnere… und jetzt reist du doch tatsächlich nur wegen ihm zu so ner Lesung 😉

  2. MacBaylie

    Hey,

    das hört sich doch nach einem gelungenen Abend an.
    Schade, dass die Veranstaltung immer so weit weg ist. Irgendwann passt sicher mal alles und ich werde auch dort sein. 🙂

    Danke für den schönen Bericht; und ich fand ihn überhaupt nicht zu ausführlich.

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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