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Band 1: „Selection“ von Kiera Cass

Titel: Selection
Autor: Kiera Cass
Originaltitel: The Selection
Übersetzer: Angela Stein
Erscheinungsdatum: 2013
ISBN: 978-3737361880
Seitenanzahl: 368
Verlag: FISCHER Sauerländer

Inhalt:
America Singer lebt mit ihrer Familie in Illéa, einem recht jungen Staat, der nach dem vierten Weltkrieg gegründet wurde. Aufgeteilt ist die Bevölkerung in sogenannte „Kasten“, die ihren Stand und ihre Berufsgruppen definieren. America stammt aus einer Künstlerfamilie und gehört somit der fünften Kaste an. Regiert wird Illéa von einer Königsfamilie, deren Sohn Maxon mittlerweile das heiratsfähige Alter erreicht hat. Um als Thronfolger eine würdige Braut zu finden, wird ein Casting veranstaltet, bei dem sich 35 wunderschöne Mädchen gegeneinander behaupten und um das Herz des Prinzen kämpfen müssen. Als America ihren Brief bekommt, dass sie als Kandidatin antreten dürfe, ist sie alles andere als begeistert, denn seit zwei Jahren führt sie eine heimliche Beziehung zu Aspen, einem Jungen aus der sechsten Kaste. Doch er und ihre Familie setzen sie unter Druck, dass sie sich bewerben und somit wenigstens den Hauch einer Chance auf ein besseres Leben bekommen soll. Auf Grund eines Deals mit ihrer Mutter bewirbt sie sich. Dass sie schließlich als eine der 35 Kandidatinnen erwählt werden würde, hätte jedoch keiner für möglich gehalten. 35 wollen ihn. Doch nur eine kriegt ihn.

Fazit:
„Selection“ ist der erste Band der „Selection“-Trilogie von Kiera Cass.
Ich will gar nicht lange um den heißen Brei reden. Schon lange hat mich kein Buch mehr so gefesselt wie dieses – eine Dystopie im Bachelorformat, allerdings mit Stil! Bevor ich auf den Inhalt eingehe, möchte ich zunächst das wunderschöne Cover loben. Bei der deutschen Ausgabe wurde das amerikanische Cover übernommen und dies war eine wirklich gute Entscheidung, denn perfekter hätte es nicht sein können.
America Singer ist ein sehr bodenständiges Mädchen. Sie hält nichts von künstlichen Dingen, schminkt sich eher dezent und lebt in eher ärmlicheren Verhältnissen. Ihre Familie besteht aus Künstlern, sie selbst hat sich der Musik verschrieben. Statt eine unbekümmerte Kindheit genießen zu können, müssen alle hart arbeiten, um das nötige Geld heran zu schaffen, um jeden Tag etwas zu Essen zu bekommen. Ihrem Freund Aspen und seiner Familie geht es dabei jedoch weitaus schlechter und sie tut alles, um ihn zu unterstützen. In der Reihe der Erwählten zählt America zu den bodenständigsten Mädchen. Sie ist ein unheimlich sympathischer, intelligenter und vor allem ehrlicher Charakter. Sie hinterfragt sehr viel und denkt darüber nach. Ihre Taten sind meist sehr bedacht und sie handelt erwachsener als so manch andere Kandidatin. Man könnte meinen, dass man von der ersten Seite an voraussehen kann, wie die ganze Geschichte enden wird, doch der Weg dahin ist fesselnd und vor allem spannend. Denn in Illéa läuft nicht alles so, wie es sich die Königsfamilie wünscht. Da das Land noch so jung ist, versuchen Rebellen, an die Macht zu kommen und greifen immer wieder Städte, Bewohner und sogar den königlichen Palast an. Somit ist auch für die für Dystopien typische Anspannung gesorgt und bringt jede Menge Spannung, Wendungen und auch Schicksalsschläge mit sich.
Natürlich darf es bei solch einem Auflauf an hübschen Frauen nicht an Zickenkrieg mangeln. Die meisten Mädchen sehen in einander zwar Konkurrentinnen, doch da am Ende der Prinz entscheiden wird, wem er sein Herz schenkt, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich zu benehmen und auch anzufreunden. In Marlee findet America eine Vertraute, in Celeste hingegen eine verbitterte Feindin, durch die sie sich jedoch nicht aus der Bahn werfen lässt.
Kiera Cass hat mit „Selection“ ein Buch geschaffen, welches ich wortwörtlich inhaliert habe. Die Geschichte rund um America ist unheimlich fesselnd, gefühlvoll, aber auch aufwühlend, da nicht jede ihrer Taten wirklich klug ist. Wie es bei komplizierten Dreiergespannen nun einmal so ist, ergreift man als Leser schnell Partei. Americas Jugendliebe Aspen war mir von der ersten Seite an unsympathisch und ich kann erhobenen Hauptes sagen, dass ich Prinz Maxon die Daumen drücken werde!
Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und macht dieses Buch zu einem sehr kurzweiligen, dafür aber umso intensiveren Lesevergnügen. Ein wenig erinnert die Geschichte an „Die Tribute von Panem“, denn durch die verschiedenen Gesellschaftsstände, das von Kameras begleitete Casting und dem reichen Capitol kommen einige Parallelen auf. Allerdings erfindet auch niemand mehr das Rad neu, weswegen trotzdem beide Geschichten zwei unterschiedliche Paar Schuhe sind. Frauen können sich zwar in grantige Biester verwandeln, doch um Leben und Tod geht es bei diesem Casting nicht.
Wie bereits am Anfang gesagt – schon lange hat mich kein Buch mehr so begeistert wie dieses. Die Charaktere wachsen einem sehr schnell ans Herz, das sonst so schwachsinnige Bachelor-Casting wird in dieser Geschichte richtig romantisch beschrieben und auch die Gänsehautmomente kommen nicht zu kurz. Kiera Cass hat in der Dystopien-Branche endlich mal für etwas neues gesorgt, bei dem nicht die Gewalt und der Überlebenskampf im Vordergrund stehen, sondern die eigenen Gefühle, über die sich vor allem America klar werden muss. Einfach Großartig!

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2 Kommentare

  1. CasusAngelus

    Okay, das Buch muss definitiv ins Regal. Hab bei den unterschiedlichen Meinungen ja noch geschwankt und auf eine gewartet, der ich meistens vertrauen kann 😉
    Abschrecken tut mich aber immer noch der Name der Prota. Wie kann man bloß America heißen? Hat sie im Buch wenigstens einen Spitznamen, so dass man den nicht ständig lesen muss? 😀

    1. little_dhampir

      Da es in „Beautiful Disaster“ schon eine America gibt, habe ich mich damals schon an diesen Schrecken gewöhnt XD Sie wird ab und an „Mer“ genannt, finde ich aber schrecklich… aber warte nur ab, bis du die anderen Namen siehst ^^ aber im Zusammenhang mit der Geschichte passen sie echt gut – auch America 😉

Kommentare sind deaktiviert.

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