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Das Königreich der Katzen

Titel: Das Königreich der Katzen
Regisseur: Hiroyuki Morita, Hayao Miyazaki
Orginaltitel: Neko no ongaeshi
Erscheinungstermin: 25. September 2015
Studio: Studio Ghibli, Universum Film GmbH
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Produktionsjahr: 2002
Spieldauer: 75 Minuten

Inhalt:
Haru ist 17 Jahre alt und ein ganz normales Mädchen. In der Schule hat sie es nicht leicht, denn durch ihr ständiges Zuspätkommen wird sie immer wieder von ihren Mitschülern ausgelacht und ist sehr unsicher, was ihre Person betrifft. Als sie gemeinsam mit ihrer Freundin Hiromi nach Hause geht, rettet sie einen Kater mit einem Päckchen im Maul, der beinahe von einem Laster überfahren wird, das Leben. Dieser drückt ihr seine Dankbarkeit aus, indem er sich auf zwei Beine aufstellt und ihr dies direkt ins Gesicht sagt. Haru ist vollkommen verblüfft, da Katzen normalerweise nicht sprechen können. In der darauffolgenden Nacht bekommt sie Besuch vom König der Katzen und seinem Hofstaat, der ihr ebenfalls seine Dankbarkeit ausdrückt, weil es sich bei dem Kater um dessen Sohn gehandelt hat. Er trägt ihr auf, ihn im Königreich der Katzen zu besuchen und seinen Sohn zu heiraten. Als wäre das nicht seltsam genug, passieren am nächsten Morgen allerlei Kuriositäten, die nicht gerade zu Harus Wohl beitragen. Eines wird dabei auf jeden Fall klar: Sie braucht unbedingt Hilfe. Und diese soll sie im Katzenbüro erhalten.

Fazit:
„Das Königreich der Katzen“ ist ein Film aus dem Studio Ghibli und wurde unter anderem von Altmeister Hayao Miyazaki produziert. Wo sein Name draufsteht, dort ist auch sein Name drin, denn dieser Mann macht keine halben Sachen. Seit einiger Zeit erscheinen die Filme aus dem Hause Ghibli in der „Studio Ghibli Blu-Ray Collection“ und nach langem Warten ist nun endlich auch dieser Film auf Blu-Ray erschienen. Dies ist einer der wenigen Ghibli-Filme, die ich bisher noch nicht gesehen habe und ich bedaure es sehr, diesen wundervollen Film erst jetzt gesehen zu haben.
Haru ist ein unfassbar naiver Charakter, doch gerade dies macht sie wahrscheinlich auch aus. Sie ist ein absoluter Tollpatsch und nicht unbedingt eine Schönheit. Beliebt ist sie schon gar nicht – ganz im Gegenteil.
Nach der Rettung des Katzenprinzen ändert sich ihr Leben schlagartig und nichts ist mehr so, wie es einmal war. Die Katzen überhäufen sie mit Wohlwollen, sind dabei allerdings nicht sonderlich erfolgreich und geschickt. Hilfe findet Haru schließlich im Katzenbüro, wo sie auf eine ziemlich seltsame Truppe trifft: eine lebendig gewordene Katzenpuppe namens Baron Humbert von Gikkingen, einem ziemlich fetten Kater namens Muta und dem Raben Toto. Doch ehe sie überhaupt zu Worte kommen, wird Haru von den Schergen des Königs ins Königreich der Katzen entführt.
Den Baron Humbert von Gikkingen bin ich in diesem Film nicht zum ersten Mal begegnet, denn das Studio Ghibli lässt es sich nicht nehmen, in seinen Filmen diverse Hinweise auf die anderen Filme durch Gastauftritte oder versteckte Eastereggs zu platzieren. In „Stimme des Herzens – Whisper of the Heart“ trifft man den Baron bereits in einem alten Antiquariat. Er ist ein ziemlich interessanter Charakter, denn durch die Tatsache, dass er von Menschenhand geschaffen wurde, ist er menschlicher als all die anderen Katzen. Er trägt stets sehr aristokratische Kleidung und wirkt durch sein gesamtes Auftreten und seine Sprache sehr gesittet und gebildet.
Der fette Kater Muta hingegen ist ein ziemlich harter Kerl mit windelweichem Kern, über dessen Hintergrund ich gerne noch mehr erfahren hätte.
Während all die Katzen unheimlich niedlich sind, scheint der König selbst einem schrecklichen Albtraum entsprungen zu sein. Das mag verwunderlich sein, denn eigentlich sollte man meinen, waschechte Herrscher seien gehegt und gepflegt. Er hingegen ist ein struppiger und leicht psychotisch angehauchter Straßenkater mit irrem Schielblick, der nicht ganz sauber in seinem kleinen Spatzenhirn zu sein scheint.
Mich hat dieser Film unheimlich gut unterhalten, jedoch fand ich ihn mit gerade einmal 75 Minuten ein klein wenig zu kurz geraten. Womöglich hätte man noch ein wenig mehr herausholen können. Ein Beispiel dafür ist wohl der innere Konflikt von Haru, denn was wäre ein Ghibli-Film ohne eine wichtige Botschaft? Dadurch kam die Auflösung am Ende leider auch ein klein wenig zu kurz. Außerdem hätte ich gerne noch mehr vom Baron gesehen, denn dieser Charakter ist mir innerhalb der kurzen Zeit unheimlich ans Herz gewachsen ♥ An der deutschen Synchronisation gibt es nichts auszusetzen – die fand ich vollkommen in Ordnung.
„Das Königreich der Katzen“ ist amüsant, unterhaltsam und wieder einmal unheimlich schön – doch was anderes hätte ich von Ghibli und Hayao Miyazaki auch gar nicht erwartet 😉

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