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„Verfallen – Folge 1: Astoria“ von ASP

Künstler: ASP
Albumtitel: Verfallen – Folge 1: Astoria
Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2015)
Label: Trisol Music Group (Soulfood)
ASIN: B0143R4IGM
Format: Doppel-CD

„Das Fleisch der Vielen“ von Kai Meyer
Jana und Tim befinden sich mitten in einer Demonstration zwischen Rechten und Autonomen. Als diese eskaliert und zu einer waschechten Straßenschlacht wird, retten sich die beiden in das ehemalige Grand Hotel „Astoria“, dessen Verfall schon sehr weit fortgeschritten ist. Schon bald wird Jana klar, dass sie nicht alleine sind. Jemand ist hinter ihnen her. Oder etwas?

Ich muss zugeben, mir stellen sich noch immer die Nackenhaare auf, wenn ich an „Das Fleisch der Vielen“ denke. Ich bin einfach nicht für das Gruselgenre zu begeistern und nach dieser Geschichte wird mir wieder einmal klar, warum ich zuckersüße Liebesromane bevorzuge. Kai Meyer schreibt sehr anschaulich und ich war nie ein großer Fan von ihm. Auch nach dieser Geschichte hat sich das nicht geändert und ich weiß nicht, ob ich diese haarigen Bilder jemals wieder aus meinem Kopf kriegen werde. Trotz allem war diese Kurzgeschichte fesselnd und Liebhaber dieses Genres werden sich sicherlich daran erfreuen können – es ist ja nicht jeder so ein Angsthase wie ich.

Das Album
Ich kenne ASP nun schon viele Jahre lang und habe den Schmetterlingszyklus immer mit großer Begeisterung verfolgt. Auch der Krabat Liederzyklus gehört zu den Alben, die ich niemals wieder missen möchte. Allerdings bin ich der Ansicht, dass ASP ihr Pulver für diese beiden Zyklen verschossen haben, denn das, was danach kam, konnte mich leider nicht mehr sonderlich mitreißen. Aus diesem Grund verzichte ich auch auf eine textliche Interpretation des Konzeptalbums.
Zu meinen Highlights auf dem Album zählen „Mach’s gut, Berlin!“, „Begeistert (Ich bin unsichtbar)“ und „Astoria verfallen“. „Begeistert (Ich bin unsichtbar)“ ist so ein typischer ASP-Song; die anderen haben allerdings nicht mehr viel mit den alten Hits, die mich damals vor Euphorie haben tanzen lassen, gemein. Die einzigen Ohrwürmer stellen für mich „Mach’s gut, Berlin!“ und „Astoria verfallen“ dar. Der Rest besteht aus teils rockigen, teils ruhigen und sogar reinen Textstücken.
Auf der zweiten Disc befinden sich zwei Lesungsausschnitte von Kai Meyer und zwei weitere Livesongs von ASP.
Das ganze Album ist eine Geschmacksfrage, ohne Zweifel. Meinen haben ASP mit „Verfallen – Folge 1: Astoria“ nicht mehr getroffen, von daher erfreue ich mich weiterhin an den älteren Alben.

Aufmachung
Nach meiner, zugegebenermaßen, sehr kritischen Meinung zum Album selbst und zu der Kurzgeschichte von Kai Meyer muss ich die Aufmachung dieser Medienkombination sehr loben. Dabei handelt es sich um ein recht hochwertiges Hardcover im Querformat, das sowohl die beiden Disks als auch einen sehr aufwändig gestalteten Text- und Bilderteil beinhaltet. Die Kurzgeschichte sieht aus, als sei sie mit einer Schreibmaschine auf altes Papier geschrieben worden – sehr schick!
Was allerdings weniger ansprechend ist sind die abgedruckten Songtexte. Diese wurden briefartig in einer sehr verschnörkelten Handschrift abgedruckt. Dagegen wäre auch nichts einzuwenden, wenn man diese denn lesen könnte. Auf der Homepage von ASP kann man glücklicherweise diese Texte in lesbarer Schrift als PDF runterladen.
Zusätzlich zur Kurzgeschichte gibt es noch viele eindrucksvolle – und zum Teil auch sehr gruselige – Bilder vom Hotel Astoria und den haarigen Angelegenheiten, die sich darin befinden.

Für Fans und Liebhaber von tiefgründigen Geschichten ist „Verfallen – Folge 1: Astoria“ von ASP genau das Richtige. Ich bevorzuge jedoch eher die alten Songs, die etwas actionreicher und tanzbarer waren und fürchte, dass ASP und ich musikalisch nicht mehr zusammenkommen können.

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1 Kommentar

  1. E. L.

    Sowohl die Musiker als auch die Fans werden älter. Oftmals ist es, dass die älteren Titel lieber gehört werden, als die Neuerscheinungen. Geht mir bei anderen Bands genauso.
    L. G.

Kommentare sind deaktiviert.

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