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Code Geass – Lelouch of the Rebellion

Titel: Code Geass – Lelouch of the Rebellion
Regisseur: Goro Taniguchi
Drehbuch: Ichiro Ohkouchi
Charakterdesign: CLAMP
Erscheinungsdatum: Staffel 1 Gesamtbox: 26. Januar 2018 / Staffel 2 Gesamtbox: 13. April 2018
Spieldauer: Staffel 1: 625 Minuten / Staffel 2: 625 Minuten (je 25 Folgen)
FSK: ab 16
Studio: Sunrise

Inhalt:
Die Welt, wie wir sie kennen gibt es nicht mehr, denn das Heilige Britannische Reich ist zur Weltmacht aufgestiegen und verleibt sich alle Länder ein, die sie bekommen können. Im Jahre 2010 fällt auch Japan der Besitzgier der Britannier zum Opfer. Nach seiner Eroberung wird es nur noch „District 11“ genannt wird. Die ehemaligen Japaner, jetzt Elevens, bekommen ihre Grundrechte aberkannt und werden in Ghettos zusammengepfercht. Sie sind nichts mehr wert und werden von den Britanniern zutiefst verachtet.
Doch ein reger Widerstand hält die britannischen Streitkräfte auf Trab. Bei einem Angriff erhält der britannische Schüler Lelouch Lamperouge von einer geheimnisvollen Frau eine besondere Fähigkeit, ein sogenanntes Geass, das ihn dazu bemächtigt, andere Menschen zu manipulieren. Dies nutzt er aus, um eine Rebellion gegen das verhasste Britannische Reich anzuzetteln. Mithilfe seines klugen Kopfes stürzt er sich in eine Schachpartie, die das Leben aller grundlegend verändern wird.

Fazit:
Auf „Code Geass“ habe ich schon eine ganze Weile ein Auge geworfen, denn das Charakterdesign stammt von CLAMP, einem Team bestehend aus sehr talentierten Zeichnerinnen, deren Arbeiten mich schon seit vielen Jahren stets begeistern konnten. Zu ihren bekanntesten Werken gehören u.a. X/1999, xxxHolic, Tsubasa RESERVoir CHRoNiCLE, Chobits und Cardcaptor Sakura, die allesamt auch als TV-Serien umgesetzt worden sind. Oftmals brilliert das Team durch ihre komplexen Storys und das aus der Masse hervorstechende Artwork. So auch bei „Code Geass“, obwohl CLAMP ausschließlich für das Charakterdesign zuständig war.
Nachdem ich in den letzten beiden Tagen beide Staffeln auf deutsch gesehen habe, schwanke ich zwischen einer ungeheuren Verwirrung, teilweise sogar Abneigung, Traurigkeit und Faszination.
verwirrt bin ich, da ich auch nach fünfzig Folgen nicht behaupten kann, die Serie so richtig verstanden zu haben. Einige Handlungsstränge haben sich mir nicht erschlossen, politische Diskussionen und Entscheidungen lagen teilweise außerhalb meines Verständnisses. Vielleicht bin ich auch schlichtweg zu doof für die Geschichte, zumal ich mich sonst nicht mit Thrillerelementen beschäftige.
Die Abneigung kam vor allem in der zweiten Hälfte der zweiten Staffel zustande, da ich handlungstechnisch gefühlt jegliche Menschlichkeit abhanden gekommen ist und ich nicht mehr nachvollziehen konnte, warum was geschieht, und ich mir das Ende herbeigesehnt habe.
Die Traurigkeit ist dadurch zu erklären, dass Lelouch im Grunde – ohne jetzt zu viel verraten zu wollen – ein ziemlich tragischer Charakter ist. Alles, was er tut, geschieht aus Liebe, und doch ist er nicht in der Lage, sich diese einzugestehen geschweige denn dem anderen zu zeigen. Sein gesamtes Dasein besteht aus einem komplexen Lügengeflecht, bei dem man selbst als Zuschauer irgendwann nicht mehr durchblickt und ich bin mir ziemlich sicher, dass selbst er ab und an nicht mehr weiß, wo ihm sein sonst so geniales Köpfchen steht. Genau aus diesem Grund hat diese Serie mich als weinendes Häufchen Elend zurückgelassen, denn Lelouch ging mir wahrlich unter die Haut. Und genau daher kommt auch die Faszination, die dieser Charakter auf mich auswirkt: Er ist ein tragischer Antiheld und ich verneige mein Haupt vor demjenigen, der sich dieses Charakterkonstrukt ausgedacht hat.
„Code Geass“ ist eine actiongeladener Mecha-Anime, der zugegeben nicht gerade zur stupiden abendlichen Unterhaltung gedacht ist. Er ist komplex, politisch, gewalttätig, fesselnd und tragisch. Wenn man nicht aufpasst und das alles zu nah an sich heranlässt, dann wird man tiefer hineingezogen, als einem lieb ist.
Loben muss ich an dieser Stelle auch die deutsche Synchronisation. Es ist nicht gerade unüblich, dass bei Animes sehr geschludert wird – hier hingegen war ich ziemlich begeistert!

Insgesamt kann ich sagen, dass mir persönlich die Story teilweise etwas zu hoch war. Sie weist meiner Meinung nach kleine Schwächen auf, das gesamte Design hingegen konnte mich vollends überzeugen. Lelouch, der Antiheld, und Suzaku, der Ritter in der schimmernden Rüstung, haben es mir sehr angetan und ich hätte mir an einigen Stellen – vor allem im Bezug auf Lelouch – noch etwas mehr gewünscht, aber dann hätte er vermutlich zu menschlich gewirkt 😉
Für Fans von CLAMP ist „Code Geass“ ein absolutes Muss, auch wenn das Fangirl-Herz ganz schön zu leiden hat.

Zur Ergänzung: Ich habe von Gerüchten gehört, dass es möglicherweise eine dritte Staffel geben soll. Ich hoffe sehr, dass dies nicht den Tatsachen entspricht, denn für mich ist die Serie mit zwei Staffeln abgeschlossen, mein Seelenheil zerstört und der Glauben an die Menschheit vollkommen ruiniert xD

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