Kolumne: Die deutsche Sprache

Manchmal habe ich das Gefühl, die deutsche Sprache wird durchgängig vergewaltigt – und keiner tut was dagegen!
Man nehme die Bibliotheksbenutzer. Da knallen sie einem das Buch auf die Theke und schauen erwartungsvoll – in eine andere Richtung. Heute schaut man den anderen ja nicht mal mehr an, wenn man etwas will. Soweit so gut – was will der oder die da eigentlich von mir? Ich versuche zurück zu buchen – geht nicht, ist ja gar nicht ausgeliehen!
“Wollen sie das ausleihen?” – “Ahjo klar!”
Woher zum Henker soll ich das wissen? Ach stimmt ja, ich kann Gedanken lesen!
“Dann müssen Sie mir das auch sagen.” – in einem ganzen Satz bitte.
Vielen ist es heutzutage zu viel, einen vollständigen Satz mit ordentlicher Grammatik aufzusagen.
“Ausleihen!”
“Zurückgeben!”
Leute, das heißt “Ich möchte dieses Buch zurückgeben.” oder “Ich möchte dieses Buch ausleihen.”

Auch bei Facebook fällt mir das immer wieder auf. Die Leute achten überhaupt nicht mehr darauf, wie sie etwas schreiben. Statusmeldungen mit 3 Schreibfehlern pro Wort. Groß- und Kleinschreibung? Wozu braucht man das? Und Grammatik und Rechtschreibung – hä? Kann man das essen? Die deutsche Sprache geht immer mehr zu Grunde.
Da habe ich immer ganz blauäugig gedacht “Wer viel liest, hat auch eine gute Rechtschreibung und Grammatik.” – tja, denkste!
Stellt euch mal vor, die Bücher wären genauso geschrieben, wie die Leute sprechen! Ich zeige euch das jetzt mal an Hand des Romans “…und der Preis ist dein Leben – Ruf der anderen Seite” von C.M. Singer, welches ich gerade vorliegen habe. Die Unterhaltung zwischen Kim und Liz sähe also folgendermaßen aus:

Telefon!
Kim: Jo, Alter?
Liz: Moin! Kennst misch noch?
Kim: Jup.
Liz: Was geht?
Kim: Was willst?
Liz: Weißu noch Beerdigung? Das mit Dingens! Wollen wir chillen?
Kim: Komm Wohnung von dem Alten!
Liz: Jo!

Hmm… irgendwie liest sich das komisch! Ausformulierter wäre das doch viel schöner, oder?
Sowohl beim Reden, als auch beim Schreiben geht die deutsche Sprache immer mehr verloren. Formuliert eure Sätze aus, schaut, ob die Rechtschreibung stimmt und bitte, bitte! unterlasst diese schrecklichen Sätze ohne Verben!
Subjekt – Prädikat – Objekt. So haben wir es bereits in der Grundschule gelernt. Lasst unsere Sprache nicht sterben und helft, sie wieder zu dem zu machen, was sie einmal war.

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