Kolumne: Wie schreibe ich eine Rezension?

Gibt es sie eigentlich – die perfekte Rezension?
Ich denke, das liegt immer im Auge des Betrachters, ob er das geschriebene Wort eines Anderen gut findet oder nicht. Auch durch die unterschiedlichen Geschmäcker kommt die Meinung immer unterschiedlich an.
Eine Rezension zu schreiben ist gar nicht so einfach, denn es erfordert ein gewisses Geschick, mit Worten umzugehen und seine Meinung objektiv und sachlich zu beschreiben.
In den folgenden Zeilen findet ihr eine persönliche Empfehlung von mir. Ich werde mit euch meine Erfahrungen teilen und Tipps zum Inhalt von Rezensionen geben.

Kommen wir aber erst einmal zu der Frage: was ist eine Rezension?
Eine Rezension ist eine Besprechung einer geistigen Schöpfung – sei es Musik, ein Film oder ein literarisches Werk. Selbst eine Waschmaschine kann rezensiert werden.
In dieser Besprechung wird erklärt, um was es sich handelt und was einem persönlich gefallen hat und was nicht.

Was gehört in eine Rezension?
Einer der wichtigsten Teile einer Rezension ist natürlich eine Angabe, worum es sich handelt.
Da ich mich in diesem Artikel ausschließlich den Buchrezensionen widme, ist damit natürlich eine Inhaltsangabe gemeint. Dabei sollte etwa das erste Drittel des vorliegenden Werkes zusammengefasst werden – aber Achtung: verratet nicht zu viel von der Geschichte! Der Leser soll ja schließlich neugierig gemacht werden. Vermeidet nach Möglichkeit Spoiler, denn wer möchte denn schon vorher wissen, was in dem Buch passiert?

Ich habe in letzter Zeit oft gesehen, dass in den Rezensionen oft nur der Klappentext verwendet wird. Dieser ist jedoch oftmals nichtssagend und ab und an sogar in seiner Aussage fast gänzlich falsch. Deswegen würde ich euch empfehlen, lieber selber eine Inhaltsangabe zu schreiben, denn diese macht oftmals neugieriger, als ein Klappentext.
Natürlich ist es euch freigestellt, diesen ggf. zusätzlich hinzuzufügen.

Nach der Inhaltsangabe folgt auch schon die kritische Würdigung. Darin wird beschrieben, was man selbst als gut oder schlecht empfunden hat.
Dabei gibt es viele Aspekte, die man untersuchen kann.

Die Sprache und die Schreibweise
In welcher Zeit ist denn das vorliegende Werk geschrieben? Ist der Schreibstil flüssig zu lesen oder eher beschwerlich?

Der Aufbau bzw. der Spannungsbogen
Wie ist denn die Geschichte aufgebaut? Gibt es einen Spannungsbogen oder ist die Geschichte eher durchgehend spannend, lustig oder gar langweilig? Wird die Geschichte linear – also durchgängig erzählt oder eher episodisch? Gibt es verschiedenen Rückblenden oder gar Zukunftsvisionen?

Die Erzählperspektive
Aus welcher Perspektive wird die Geschichte erzählt? In der Ich-Form? Personal, sprich: der Autor versetzt sich in die Lage der Person und beschreibt die persönlichen Erlebnisse in der er- oder sie-Perspektive? Oder doch eher auktorial – die Geschichte wird von “oben herab” betrachtet und beschreibt die Lage aller beteiligten Personen?

Die Protagonisten
Welche Personen kommen vor? Sind sie gut und plausibel beschrieben oder eher unglaubwürdig? Wie zeichnen sich die Beziehungen untereinander ab?

Ich selbst schreibe oftmals zusätzlich dazu, ob das vorliegende Werk Teil einer Reihe ist und wie diese heißt.
Am Ende sollte immer ein Fazit stehen, da einige Leute dieses zuerst lesen und sich dann erst entscheiden, die Rezension ganz oder gar nicht zu lesen.

Am allerwichtigsten in einer Rezension ist jedoch der Schreibstil des Rezensenten selbst. Viele schreiben undendlich lange Rezensionen und im Endeffekt steckt doch nicht mehr dahinter, als in einer mittellangen bis kurzen Rezensionen. Achtet darauf, dass sie nicht zu kurz – aber auch nicht zu lang ist. Gerade zu lange Rezensionen möchte doch kaum jemand lesen. Ein gesundes Mittelmaß ist an dieser Stelle wohl am geeignetsten.
Versucht, Füllwörter zu vermeiden und beschreibt das Buch nicht zu übertrieben. Natürlich sind Emotionen in Rezensionen gern gesehen, da man sich so vielleicht gar am Besten hinein versetzen kann und dadurch eine eventuelle Kaufentscheidung erleichtert wird, wenn der Rezensent einen ähnlichen Buchgeschmack hat, wie man selbst. Aber übertriebene Reaktionen wie zum Beispiel “Boah! Das war das geilste Buch aller Zeiten!” will keiner lesen.
Natürlich kann man auch Belege am Text veröffentlichen. Ein kleines Zitat kann manchmal die eigene Meinung noch viel deutlicher machen.

Noch ein paar kleine Tipps am Rande

  • Schreibt die Rezension möglichst zeitnah. Je frischer der Eindruck ist, desto besser die Rezension.
  • Wenn ihr euch unsicher seid, lasst die Rezension ruhig noch eine Nacht liegen. Am nächsten Tag sieht alles schon wieder ganz anders aus und ihr könnt ggf. eure Unsicherheiten ausbessern.
  • Lest vorher keine anderen Rezensionen zu dem Buch. Dies könnte verunsichern und der Mensch neigt dazu, auch unbewusst etwas zu kopieren. 😉
  • Mit anderen Leuten über das jeweilige Buch zu reden, hilft oft ungemein. Dies kann ganz andere Sichtweisen erkennen lassen, die man vielleicht vorher übersehen hat.
  • Während dem Lesen am besten Stichworte aufschreiben und ggf. auf eure Gefühle dabei achten. Manche Bücher lassen einen ziemlich kalt, andere wiederum bewirken, dass man förmlich mitfiebert.

Vielleicht hat euch ja mein kleiner Exkurs in die Welt der Rezensionen gefallen? Wenn ihr noch Fragen habt, könnt ihr gerne auf mich zurück kommen 😉

Liebe Grüße,
Cat

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1 Kommentar

  1. Super geschrieben!! 🙂

Kommentare sind deaktiviert.